Osterbotschaft 2021

Liebe Gemeindeglieder,

die Sonntage im Kirchenjahr haben manches Mal schöne aber auch ein bisschen sonderbare Namen. Der letzte hieß: QUASIMODOGENITI. „Das kann ich ja kaum aussprechen“, werden Sie vielleicht sagen und wahrscheinlich haben Sie recht. Hinter diesen, für uns heute merkwürdig klingenden Namen, steht allerdings ein tieferer Sinn. Aus dem Lateinischen übersetzt heißt Quasimodogeniti: „Wie die neugeborenen Kindlein“. Wie die neugeborenen Kindlein, so dürfen wir Menschen uns nach Ostern fühlen. So ein Einschnitt in unser Leben ist das Osterereignis – als ob wir gerade zur Welt gekommen wären! Aus der Geborgenheit aber auch der Enge des Mutterleibes ans Licht, ins wirkliche Leben! Verbunden mit der hoffentlich großen Freude der Eltern. Alles ist neu. Alles ist anders. Die eigenen Möglichkeiten entdecken. Die Liebe erfahren. Staunen. Entdecken. Freuen. Angstfrei. Vertrauend in die Liebe und Fürsorge der Eltern. – Ja, und in der Tat – Ostern kann fast alles in unserem Leben verändern und erneuern. Stellen wir uns vor: der Tod ist überwunden! Die Kraft der Liebe und des Lebens ist stärker als alles andere. Wir bräuchten keine Angst mehr zu haben vor dem Tod, dem Sterben und vor allem was uns dahin bringen könnte. Wir bräuchten uns nicht mehr zu ängstigen vor Gewalt oder gefährlichen Krankheiten, vor denen, die Gewalt ausüben oder vor Umständen, die uns krank machten. Stellen wir uns vor, wir könnten noch einmal leben, wie ein Neugeborenes, voller Vertrauen in die Liebe seiner Eltern, in der Sicherheit, das alles für es getan wird, was nötig ist und was ihm guttut. Ostern erzählt uns davon, dass Gott, so wie ein liebender Vater oder eine liebende Mutter für uns da ist – grenzenlos. Ja, Jesus hat recht, wenn er Gott „Väterchen“ nennt. Ostern erfahren wir, dass Gott nicht nur der Schöpfer dieser wunderbaren Welt ist, sondern, dass er auch Herr über den Tod ist! Er ist die Liebe und zwar so sehr, dass Tote auferweckt werden! Das ist eine Nachricht, die alles bisher Gewusste und Erlebte über den Haufen wirft! Eine Erfahrung, die die ersten Christen (und nicht nur die) in Bewegung setzte. Und sie machen ihre eigenen Erfahrungen mit dem Auferstandenen Jesus: die einen begleitet er durch ihre Traurigkeit hindurch. Den anderen begegnet er in ihrem selbstgewählten Gefängnis und befreit sie daraus. Wieder anderen hilft er beim Überleben. Mit manchen isst er. Mit anderen spricht er oder lässt sich berühren. Er ist da: auf dem Friedhof, beim Abendmahl, im alltäglichen Leben. Er ist da, in offenbar immer anderer Gestalt. Die Jünger und Jüngerinnen erkennen ihn nicht gleich. Aber sie spüren seine Nähe. Die Ängste weichen. Die Liebe bringt sie in Bewegung. Sie verändern sich durch die Begegnung mit dem Auferstandenen. Sie bekommen neue Kraft. Das braucht Zeit bei den Anhängern Jesu. Auch bei uns braucht es Zeit – nicht es zu verstehen, das geht wohl nicht – aber doch Vertrauen in dieses alles umwälzende und verändernde Ereignis wachsen zu lassen und um am Ende sagen zu können: … „ER ist wahrhaftig auferstanden“ – nicht nur irgendwie und ganz allgemein, sondern für mich ist er auferstanden! Damit ich meine Ängste loswerden kann. Damit ich leben und lieben kann! – Das ist das Thema der Sonntage und der Wochen nach Ostern – bis hin zum Pfingstfest. Die Band „Wir sind Helden“ sang vor Jahren mit Max Raabe: „Wir sind gekommen um zu bleiben!“ Genau das könnte man von Jesus nach Ostern sagen: „Er ist gekommen um zu bleiben“, denn: „Er ist wahrhaftig auferstanden!“ Und das hat für uns Menschen noch einmal alles verändert, so, als ob wir neugeborenen Kindlein wären, als ob wir noch einmal neu anfangen dürften, mit ihm und im Vertrauen auf Gottes Liebe.

Eine gesegnete Zeit wünscht Ihnen Ihre Kirchengemeinde
und Ihr Pastor Manfred Hojczyk

Willkommen

Herzlich willkommen auf der Internetseite der Evangelischen Kirchengemeinden Strasburg und Blumenhagen.

Wir sind eine kleine Kirchengemeinde am nördlichen Rande der Uckermark und gehören zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland. Uckermärkisch-Brandenburgische und Pommersche Wurzeln verbinden sich in unserer Region. So sind wir heute Teil des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises und der Propstei Pasewalk. Unsere Kirchengemeinde – bestehend aus der Kirchengemeinde St. Marien der Stadt Strasburg und der Kirchengemeinde Blumenhagen, in der vier Dörfer verbunden sind, ist ein Produkt der letzten kreiskirchlichen Strukturreform und in der heutigen Form erst gut 10 Jahre alt. Zur Gemeinde gehören 6 Kirchengebäude. Auf den Dörfern wird monatlich in Strasburg wöchentlich Gottesdienst gefeiert.

Sieht man unsere alten Kirchen an, dann werden wir an eine große Tradition erinnert. Otto von Bamberg hat in unsere Region vor ca. 1000 Jahren den christlichen Glauben gebracht. Die Kirchengebäude selbst besitzen häufig einfache Vorgängerbauten und sind in ihrer heutigen Form ca. 750-8oo Jahre alt. Seit der Reformation sind unsere Kirchengemeinden und damit auch unsere Kirchen dem evangelischen Bekenntnis zugehörig.

Landschaftlich ist unsere Region gekennzeichnet durch weite Felder und kleine Dörfer am südlichen Rand der Brohmer Berge. Kleine Städte, in einer der dünnbesiedelsten Regionen Deutschlands, erzählen heute von der vielfältigen kriegerischen Vergangenheit – seien es die Wirren des 30-jährigen Krieges, seien es Grenzstreitigkeiten zwischen den Brandenburgern und den Pommern oder sein es die Wunden des letzten, des zweiten Weltkrieges in unserer Region. Das einzige Kontinuum scheinen die Kirchen in unseren Orten zu sein. Sie erzählen vom Glauben, auch in schweren Zeiten in unserer Region. Kommunen und Kirchengemeinden suchen heute nach zukunftsfähigen Konzepten in einer Ecke unseres Landes, in der die Bevölkerung noch immer sinkt.

Als Evangelische Kirchengemeinde vertrauen wir der Wurzeln unseres Glaubens, unserem Herrn Jesus Christus. Wir suchen und fragen nach neuen Wegen, unseren Glauben weiter zu geben. Als Kirchengemeinde wollen wir uns nicht nur selber genügen, sondern für Stadt und Dörfer da sein. Wir vertrauen auf die Zusage Jesu Christi: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Mt 18, 20) In diesem Vertrauen leben und arbeiten wir in unserer Kirchengemeinde zusammen. Lebendiger Ausdruck sind die verschiedensten Gruppen, Kreise und Projekte unter dem Dach unserer Kirche.

Ihr Pfarrer Manfred Hojczyk

 

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